
Der 6. Juli ist der Tag im Jahr, an dem Anfang und Ende für mich so nah beieinander liegen wie an keinem anderen Tag. Der 6. Juli ist der Tag, an dem mein ältester Sohn (1994) verstorben ist und eine Freundin von mir Geburtstag hat.
Wir werden geboren, um zu sterben, hat einst ein kluger Kopf gesagt, und so ist es. Wir alle sind Teil dieses Zyklus von Kommen und Gehen. Niemand weiß, wie lange dieser Zyklus dauert. Niemand erhält dazu einen Fahrplan. Wobei ein Fahrplan heutzutage auch nicht mehr so zuverlässig ist, wie er es einmal war 😅. Wir müssen uns einfach auf die Reise begeben. Unterwegs dürfen wir wählen, welche Abzweigungen wir nehmen, und irgendwann erreichen wir unser Ziel. Ein Ziel, von dem wir nicht wussten, dass es unser Ziel ist.
Schon früh in meinem Leben wurde ich auf verschiedene Weise damit konfrontiert, dass niemand einen Garantieschein für das Leben hat. Das ist das Leben!
Man kann plötzlich an einer Abzweigung stehen, an der alle denken, man habe sein Ziel erreicht, und dennoch weitermachen. Ebenso kann es unerwartet sein, dass jemand sein Ziel bereits erreicht hat, ohne dass es jemand bemerkt.
Durch diese Lebenslektionen habe ich mir unbewusst beigebracht, das Beste aus jedem Tag zu machen. An manchen Tagen gelingt dies besser als an anderen, und manchmal läuft es einfach schief. Dann hat man so einen Tag, von dem ich sage: „Diesen Tag habe ich übersprungen / er steht nicht in meinem Kalender“.
Vielleicht ist es ein Spruch aus meiner Kindheit (Mach es wie die Sonnenuhr, zähl die heiteren Stunden nur), der mich geprägt hat, mich nur an die schönen Tage zu erinnern. Denn so wie auch die Sonnenuhr nur die hellen Stunden zählt, zähle auch ich nur die fröhlichen Stunden 😉
Wie gehen Sie mit den guten und schlechten Tagen im Leben um?
Leben Sie mit einem Garantieschein für das ewige Leben?

