Vor einiger Zeit saß ich allein im Café eines luxuriösen Kaufhauses. Mit einer Tasse Tee vor mir kam ich im Augenblick an. In dem Moment, in dem nichts und niemand meine Aufmerksamkeit beansprucht. In dem Moment, von dem ich weiß, dass ich entscheiden kann, wie lange er dauert. In dem Moment, in dem mir bewusst wird, dass es zu lange her ist, seit ich einen vergleichbaren Moment hatte. In dem Moment, in dem ich mit jeder Faser meines Körpers spüre, was meine Lippen leise aussprechen: „Das ist Freiheit!“

Ich habe mir diesen Tag geschenkt. Einen Tag „Blau machen“. Denn Blau machen ist das, was ich mir in meinem Leben voller To-do-Listen und Ziele erlauben kann.

Blau machen hat etwas Magisches. Es versetzt Sie zurück in eine Zeit, in der die Möglichkeiten, Ihren eigenen Weg zu gehen, noch von anderen eingeschränkt wurden. Blau machen war der Moment, der Ihnen ganz allein gehörte, auch wenn Sie wussten, dass er zeitlich begrenzt war.

Blau machen macht per Definition schon Spaß, denn Blau machen bedeutet Freiheit innerhalb eines Regimes. Genau das ist die Magie der Worte.

Wenn ich mir selbst einen Tag frei nehme, ist das mit einem ganz anderen Bild verbunden. Einem Bild, das ich nur schwer mit Freiheit verknüpfen kann. Wenn ich frei habe, muss ich ständig alles Mögliche erledigen. Frei zu sein, muss man sich verdien …

Deshalb mache ich lieber blau, denn dann muss ich mir selbst gegenüber nichts erledigen😉